Irisdiagnose - das Rezept aus dem Auge.

Die Leuchte Deines Leibes ist Dein Auge.

Aus eigener Erfahrung weiß jeder, welche Bedeutung das Auge bei der persönlichen Begegnung mit dem Mitmenschen haben kann. Wir meiden Menschen mit einem kalten stechenden Blick, wir werden vorsichtig und mißtrauisch bei Menschen mit einem fahrigen unruhigen Blick, aber wir fühlen uns dagegen angezogen, wenn man uns offen und mitfühlend anschaut.
Das Auge des Kranken blickt den Arzt trübe oder gar fiebrig an, der Blick des Gesunden ist klar und leuchtend. Glänzende Augen deuten ein freudiges Erlebnis an; sie können aber z. B. auch ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder auf Tuberkulose sein.





Die Irisdiagnostik gewährt Einblick in die gesundheitliche Veranlagung des Patienten. 

Mit ihrer Hilfe ist es möglich, Krankheiten oft schon Jahre vor dem Ausbrechen massi- ver Symptome zu erkennen und die entsprechende Be- handlung einzuleiten. Aufgrund der Struktur, Dichte und Pigmentierung kann der erfahrene Diagnostiker auf die jeweiligen Körperentsprechungen schließen. 

Mit ihren Linien und Pigmentierungen spiegelt die Regenbogen- haut das Geschehen im Organismus wider.
Die Iris wird in drei Kreis
zonen unterteilt.

Die innerste Zone soll den 
Verdauungsorganen ent
sprechen, die mittlere den Stoffwechsel- und 
Ausscheidungsfunktionen, 
die äußere den Knochen 
und der Haut. Innerhalb dieser Kreise 
gibt es noch Segmente 
die mit einzelnen Organen 
oder Organsystemen in 
Zusammenhang gebracht 
werden.

Relevant für das Erkennen von Krankheiten oder Krankheitsveranlagungen aus dem menschlichen Auge
ist sowohl das Auge selbst, als auch die Region um die Augen herum. Die erkennbaren Zeichen sind sehr
vielfältig (z.B. Zeichnungen und Farbe der Iris, Pupillengröße und -form, sichtbare Blutgefäße, Lidform
u.v.a.) und ermöglichen dem kundigen Augendiagnostiker den Blick auf das gesundheitliche Befinden des
Patienten sowohl in der Vergangenheit als auch in Gegenwart und Zukunft. 



Die Iriszeichen entstehen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist z.B. die (angeborene) Farbe der Iris ein Zeichen für die Konstitution, d.h. die Veranlagung des Patienten. Hieraus kann der Augendiagnostiker den gesundheitlichen Status quo bzw. den Hinweis auf eine möglicherweise zu erwartende 
(der Konstitution des Patienten entsprechende) Erkrankung erkennen. 

Andere Zeichen entstehen erst mit den Jahren als Reaktion auf die verschiedenen Krankheiten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens durchmacht.

Die Iriden beider Augen werden, wie oben bereits erwähnt, in der Irisdiagnose nach Organ- und Körper-
bereichen wie eine Landkarte unterteilt, so daß die Iriszeichen diesen Bereichen zugeordnet werden
können. Aufgrund der Kenntnis dieser Topographie ist der Augendiagnostiker z.B. in der Lage, an einem
weißen Flöckchen oder einer Veränderung der Irisstruktur an einer bestimmten Lokalisation eine chro-
nisch entzündliche oder degenerative Erkrankung im Nachhinein zu erkennen.

Die Irisdiagnose gilt vom Prinzip her gleichermaßen für Mensch wie für Tier, mit gewissen Unterschieden. Insbesondere sind beim Tier Akutzeichen, Oraganschwächen und Stresszeichen gut ablesbar.

Selbstverständlich ziehe ich bei Erfordernis klassische Diagnoseverfahren, wie zum Beispiel Blut-, Stuhl- oder Harnuntersuchungen hinzu. 


Irisdiagnose und die von mir praktizierte Dunkelfeldmikroskopie besitzen gepaart hohen Stellenwert in meiner
Diagnostik. Beide Verfahren lassen kombiniert meist eine hohe Zuverlässigkeit der Diagnose erwarten.
 

Die Geschichte der Irisdiagnose

Die diagnostische Methode, Erkrankungen aus dem Auge abzulesen, ist schon lange bekannt und geht bis ins Altertum zurück. Bereits die Chaldäer (um 1000 v. Chr.) konnten Krankheiten aus dem Auge ablesen. Die Ärzte Griechenlands und Roms folgten ihrem Beispiel. 

Auf tausenden von Jahren alten Steinplatten aus dem asiatischen Raum eingemeißelt, finden sich Hinweise auf die Irisdiagnose. Bei den alten Ägyptern stand sie in hohem Ansehen und selbst im Lukas-Evangelium heißt es:

Die Leuchte Deines Leibes ist Dein Auge.
Ist Dein Auge rein, so hat der ganze Leib Licht,
ist es aber krank, so hat Dein Leib Finsternis.

Über die Anwendung der diagnostischen Methode im Mittelalter ist leider nichts bekannt. Erst 1670 beschreibt Meyens in seiner "Physiognomia medica" eine Organeinteilung der Iris nach Körperregionen. Der Wiener Augenarzt und Inhaber des ersten Lehrstuhls für Augenheilkunde, Georg Joseph Beer (1763 - 1821), der von diesen Dingen nichts wußte, schreibt dennoch in seinem Lehrbuch über Augenkrankheiten:
"Alles, was auf den Organismus eines Individuums einwirkt, kann nicht ohne Einwirkung auf das Auge bleiben und so umgekehrt." 

Im Jahr 1881 veröffentlichte der ungarische Arzt von Pèczely eine Anleitung zur Augendiagnose mit Irisschlüssel unter dem Titel: "Entdeckung auf dem Gebiete der Natur- und Heilkunde, Anleitung zum Studium der Diagnose aus dem Auge." Zwölf Jahre später publizierte der in Schweden lebende Pfarrer Liljequist seine Untersuchungen zur Augendiagnose unter dem Titel "Diagnose aus den Augen". Wesentlich weiterentwickelt wurde dieses Diagnoseverfahren dann im vergangenen Jahrhundert vor allen Dingen vom "Lehmpastor" Felke. 








(Quelle in Teilen: Uslarer Kreis)